MIKIM

MIKIM

Nachdem wir uns mit dem Promoten unserer Veranstaltungen auf Blogebene ein bisschen warm gemacht haben, sind wir nun bereit in die nächste Phase zu starten: Als nächstes werden wir euch in regelmäßigen Abständen einen unsere labeleigenen Künstler präsentieren. Im Falle unseres ersten Kandidaten dieser Kategorie ist die Bezeichnung “Künstler” Programm, schließlich sehen wir uns als Label nicht als losen Verbund von Musikschaffenden, sondern eher als ein Kollektiv von Kreativen aus allen Bereichen. Daher bietet es sich auch an, als ersten unserer Artists den Labelmitbegründer, Maler und Grafiker Mikim vorzustellen.

Mikim ist alleine schon durch seine Biografie besonders interessant, da wohl nur sehr wenige Künstler eine derartige Beeinflussung ihrer Kunst durch verschiedene Kulturkreise vorzuweisen haben. Als Sohn eines deutschen Diplomaten in Tokyo geboren, wurde er schon direkt nach seiner Geburt Einflüssen ausgesetzt, die kulturell wohl nur wenig mit dem deutschen Grundverständnis der Dinge gemein haben. Über Umwege kam der junge Mikim kurz darauf nach Togo. Hier begann auch seine erste Auseinandersetzung mit der Kunst.

Afrika nennt zwar die interessantesten Landschaften und wohl auch die freundlichsten Menschen sein eigen, hat für ein deutsches Kind allerdings wenig Möglichkeiten der Zerstreuung zu bieten. Bekommt man hierzulande zur Ablenkung einfach einen Fernseher oder Computer vor die Nase gesetzt, so musste Mikim für sich eigene Möglichkeiten der Beschäftigung finden. In einem so gering technisierten Land wie Togo stieß er so schon bald auf das, was später sein größtes Hobby werden sollte, die Malerei. Dreieinhalb Jahre nachdem er in Afrika mit dem Malen begonnen und seine künstlerischen Fähigkeiten gesteigert hatte, stand für ihn bereits der nächste Umzug in einen neuen Kulturkreis an: Die nächste Station für Mikim und seine Familie war Hong Kong.

Nachdem seine ersten künstlerischen Versuche noch auf dem Blatt stattfanden, begann in Hong Kong seine Auseinandersetzung mit Skulpturen und dem Färben dieser. Zu Beginn wurde diese Herangehensweise für Mikim noch als Hobby gesehen, schon bald ergaben sich daraus aber auch finanzielle Möglichkeiten für den jungen Maler, da er nach einer Weile auch erste Auftragsfärbungen übernahm. Nach einem weiteren Umzug nach Berlin traf er allerdings auch schnell auf die nächste künstlerische Ebene, die sein Schaffen von da an dominieren sollte - die Arbeit mit Graffiti und den Ansatz der Street Art.

Zuallererst verband Mikim mit Graffiti vor allem den Kick der Aktionen an sich, kurz darauf begann er allerdings auch den künstlerischen Aspekt der Arbeit mit der Sprühdose ernster zu nehmen. Nach einem kurzen Intermezzo den USA waren die nächsten Jahre dementsprechend stark von seiner Obsession mit der urbansten Form der Malerei geprägt. Als ihn ein Praktikum allerdings wieder nach Hong Kong führte, erkannte er, dass ihm das bloße Sprühen von Schriftzügen weniger reizte als die intellektuelle Auseinandersetzung mit der Idee, Kunst auch auf der Straße greifbar zu machen. Diese Greifbarkeit lässt sich selbstverständlich auch mit Graffiti verwirklichen, nur wurde Mikim in Hong Kong direkt mit neuen Street Art-Ansätzen konfrontiert, die von den grundlegenden Ideen deutlich vielschichtiger und durchdachter waren als so manche Tags auf den Berliner Straßen. In der Folge begann Mikim sich also mehr Gedanken über sein Schaffen und die Interpretationsmöglichkeiten seiner Arbeit zu machen und versuchte diese nun nicht mehr nur auf der Straße, sondern auch wieder auf Papier und Leinwänden zum Ausdruck zu bringen. Schließlich wurde er vollends in Berlin wohnhaft, nahm ein Studium auf und begann seine Kunst zu definieren und seinen Stil zu vervollkommnen. Zusätzlich setzte er sich noch intensiver mit den Werken anderer Künstler auseinander, um für sich selbst einen Ansatz zu finden, welche Wirkung seine Kunst auf sein Publikum haben sollte.

Durch diese Auseinandersetzung kam er auch schon bald zu der gedanklichen Basis, die sein künstlerisches Schaffen bis heute definiert; Mikims grundlegender Ansatz ist durch seine Arbeit als Street Art-Künstler definiert worden, was im Klartext heißt, dass sein wesentliches Bestreben sich durch den Versuch kennzeichnet, Kunst für jedermann greifbar zu machen. Egal ob an einer Wand, auf einer Leinwand oder auf dem Papier - Mikims Bilder sollen auf egal welchen Betrachter eine Wirkung haben und auf interpretativer Ebene wenig Spielraum für abstruse Abschweifungen bieten.

Das soll allerdings nicht heißen, dass seine Bilder einfache oder langweilige Darstellungen von Szenerien oder dergleichen darstellen, eher im Gegenteil. Mikims Kunstwerke sind auf ihre Art und Weise immer noch sehr abstrakt, jedoch bewegen sie sich auf einer Ebene, die auch dem künstlerisch wenig Vorgebildeten greifbar sein sollte. Generell zieht sich eine melancholische, bisweilen schon fast düstere Atmosphäre durch seine Bilder, allerdings sind auch immer wieder vielfältige Farbkombinationen zu entdecken, die sich am ehesten als psychedelisch beschreiben lassen. Besonders hervorstechend sind allerdings die geometrischen Formen, die fast jedes seiner Werke definieren.

Auch wenn Avantgarde-Kunst keine große Rolle in Mikims Arbeit spielt, so lassen sich doch immer wieder Ansätze aus den Entwicklungen der modernen Kunst ablesen. Die angesprochenen geometrischen Formen werden gerne auch bis ins Abstrakte verzerrt, generell ist hinter fast jedem der Bilder ein surrealistischer Ansatz zu erkennen. Trotzdem bleibt der Grundtenor: Mikims Kunst soll greifbar bleiben, das Hauptziel ist die Ästhetik seiner Bilder, die grundlegende Kategorie ist und bleibt die Street Art. Über diese moderne Form der Malerei definiert sich auch die praktische Seite von Mikims Schaffen: Er zeichnet auf Papier und Leinwänden, sprüht viele seiner Werke direkt auf die Wand, hat allerdings vor allem die Idee, möglichst viele Medien zu nutzen und zu bedienen. So sind unter seinen Werken auch immer häufiger computergefertigte Grafiken zu finden, weshalb sich viele seiner Arbeiten inzwischen auch im Internet finden lassen.

An dieser Stelle tritt unser Blog in Kraft, in dem wir in der nächsten Zeit abseits von der Präsentation des musikalischen Schaffens unserer Künstler sowie dem Ankündigen unserer Events auch immer wieder Zeit finden werden, Mikims neueste Kunstwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Mikim ist übrigens auch einer der kreativen Köpfe hinter unserem Merchandise - wer also Gefallen an seinen Bildern findet, wird in der nächsten Zeit sogar wieder die Möglichkeit haben, Mikims Werke an seinem Körper zu tragen. Stay tuned!