New release: Dope est Dope - Dope est Dope EP

Dope est Dope

Dope est Dope ist einerseits der Name, den sich die Produzenten Sinan Boom und Mr. Schnick als Duo gegeben haben, andererseits ist es auch der Titel ihrer ersten gemeinsamen EP. Wie der Name schon anklingen lässt, ist der eigene qualitative Anspruch bei der Auswahl der 5 Titel der EP so hoch gewesen, dass es aus dem riesigen gemeinsamen Katalog der beiden Ausnahmeproduzenten auch wirklich nur die besten Songs von allen auf die Platte geschafft haben – Dope est Dope eben. Wenn Sinan Boom und Mr. Schnick allerdings der genannten Auswahl von sich aus das Prädikat „dope“ zugestehen, will das auch wirklich was heißen: Beide sind studierte Musikproduzenten mit Abschluss, haben ihre Erfahrungen bei verschiedenen Labels (Ninja Tune, JKP oder auch als Praktikant bei Pop-Magnat Peter Plate) gemacht und haben sich in und außerhalb Berlins ein enormes Netzwerk an Musikern aufgebaut, mit denen fortwährend kollaboriert und sich gegenseitig inspiriert wird. Dazu beherrschen sie ihre Kunst wie nur wenige Andere; Sinan Boom ist seit seinem sechsten Lebensjahr Pianist und über die Komposition von klassischen Musikstücken zum Produzieren von Genre-übergreifenden Instrumentalen gekommen, während Mr. Schnick als ursprünglicher Punk-Gitarrist seinen musikalischen Weg über das Auflegen und Kreieren elektronischer Musik gefunden hat. Über gemeinsame Bekannte entstand schon nach dem ersten Aufeinandertreffen der Wunsch, gemeinsam Musik zu machen, welcher in einer jahrelangen Zusammenarbeit (u.a. auch mit Künstlern wie GOZPEL und DissyTheKid) und dem komplett eigenständigen Sound der Beiden mündete. Diese Eigenständigkeit ist eher zufälliges Produkt des gemeinsamen kreativen Prozesses als der verkopfte Plan, etwas gezwungen Experimentell-Innovatives schaffen zu müssen. Aus gemeinsamen Experimentieren mit Sounds und Samples aus allen Richtungen entsteht bei Dope est Dope Musik, die in ihrem Ursprung keinem bestimmten Bild entsprechen muss und erst durch die Weiterentwicklung der beiden professionellen Produzenten eine harmonische Ebene erhält, sodass sie Hörer sämtlicher Genres überraschen und doch ansprechen sollte. Genau das ist auch der kreative Anspruch hinter dem Projekt Dope est Dope: Über gemeinsame musikalische Experimente einen Sound zu kreieren, der einerseits frisch und offen wirkt und andererseits seine Hörerschaft auch auf der Ebene der Harmonie abholt. Dazu wird auch mal das Rascheln eines Schlüsselbundes als Percussion-Element benutzt oder die Vocal-Spur eines befreundeten Sängers gesamplet, ansonsten auch viel selbst eingespielt oder über alte Synthesizer, die im für die Produktion der EP genutzten Studio von 2Raumwohnung zur freien Verfügung stehen, die besagte Harmonie hergestellt. Das Endprodukt dieser gemeinsamen kreativen Experimente zeichnet sich durch eine derartige musikalische Eigenständigkeit aus, dass es den Songs von „Dope est Dope“ eigentlich Unrecht tun würde, sie über ein Genre eingrenzen zu wollen. Die 5 Tracks bzw. Beats haben zwar eine Basslastigkeit sowie eine durchgängige harmonische Leichtigkeit gemeinsam, sodass sie genauso im Club zum aktiven Tanzen wie im Radio zum einfachen Genießen einladen, aber ansonsten lässt sich nur schwierig eine Schublade für den Sound von Dope est Dope finden. Auf eine gewisse Art folgen die Songs etablierten Mustern – es gibt zwei mit Vocals ausgestattete Tracks, von denen „Steady Producin“ mit Shumee und Breezy ein waschechter, raplastiger Club-Banger ist, während „Lemmingway“ mit Sängerin Luisa Kutza schon fast wieder wie eine Pop-Ode anmutet; auch die anderen 3 Instrumentale werden Keinen als unangenehm verrückt oder zu experimentell verschrecken, sondern sind gezielt darauf abgestimmt worden, auch einem tendenziell musikalisch verschlossenem Publikum eine experimentellere Musikproduktionsweise näherzubringen. Trotzdem atmet die gesamte EP den Geist von zwei Musikverrückten, die sich schlicht zusammen ausprobieren wollen, ohne dabei Jemandem zwanghaft gefallen zu müssen: Alles unter der Prämisse Dope est Dope und Dope bleibt auch Dope.